August 22, 2010

Frequency Fazit

Posted in Erleben um 8:47 pm von deadra

Ja, ich bin wieder zurück. Schön war’s. Und damit meine ich nicht nur das Wetter.

Natürlich gab’s Sachen zu meckern. Die Parkplätze (und deren Beschilderung) waren ein Witz, die Belegschaft hatte teilweise keine Ahnung, die Security war …erm…katastrofurchterbar? … und genug Trinkwasser gab’s auch nicht (besonders toll bei Sommerhitze).

Aber – und das ist ein großes ABER – die Toiletten waren super (und sauber!!! geradezu paradiesisch, für Festivalmaßstäbe *schwärm*), das Line-Up war abwechslungsreich, … and a good time was had by all ^_^ (A better time was had by us, weil wir nicht campen mussten, weil kalafudra tolle Connections hat und wir in richtigen Betten mit richtigem Badezimmer daneben übernachten konnten.)

Es fasziniert mich zwar immer wieder, dass der (gefühlte?) Großteil der Besucher tatsächlich nur zum Saufen zu kommen scheint (warum man für 3 Tage überteuerten Alk auch noch €130 Eintritt zahlt geht mir echt nicht ein), aber für diejenigen von uns, die für die Musik da waren, waren es doch drei sehr zufriedenstellende Tage.

Der Konzert-Overload bedeutet, dass ich mittlerweile das Gefühl habe, es wär seit Donnerstag sehr viel mehr Zeit vergangen als nur 4 Tage, aber es ist ein gutes Gefühl…
…also, was haben wir angeschaut?

DONNERSTAG:

Get Well Soon – aufgrund diverser logistischer Schwierigkeiten wie ewig-weit-weg-parken und nicht-wissen-wo-man-mit-dem-selber-gedruckten-Shirt-ein-Bandl-bekommt nur den letzten Teil, aber es war überraschend angenehm. Hätt ich nicht gedacht…wirkt live genauso interessant und viel weniger anstrengend als daheim.

Mumford and Sons – im Sonnenschein mit dem Banjo mit-stampfen…yay. Mehr muss man dazu eigentlich gar nicht sagen. Einfach yay. Und wenn man nach den beiden neuen Songs geht, die sie gespielt haben, wird das nächste Album auch eine Freude.

Shout Out Louds – zwar nur von weitem, weil wir irgendwie beim obligatorischen Ramsch-Standln-Erforschen hängen geblieben sind, aber auch sehr nett.

White Lies – erwartungsgemäß gut (einen fröhlicheren Song namens „Death“ hab‘ ich noch nie gehört) – aber jetzt ehrlich…bei dem Sänger hatte ich irgendwie den Eindruck, dass er irgendwann in den Spiegel geschaut und festgestellt hat, dass er keine Ausstrahlung hat, und sich dann die Gitarre umgeschnallt hat, damit ihn überhaupt irgendwann mal jemand wahrnimmt. Gut für uns ^^

Hot Chip – stellt euch eine Truppe der un-coolsten Typen überhaupt vor, die zusammen auf einer Bühne stehen und zusammen irgendwie sehr, sehr coole Musik fabrizieren. Es sollte nicht funktionieren, aber es funktioniert doch, und gut noch dazu ^^

Gogol Bordello – da ist vor lauter Überschwang schon das passive Zuhören anstrengend, aber so eine multi-kulti-Truppe mit einem grauhaarigen Punk-Geiger muss man einfach genießen

Skunk Anansie – überraschend gut. Ich hab normalerweise wenig Geist für mehr als ein Skunk Anansie-Lied am Stück, aber das war eigentlich total nett.

La Roux – nur die letzten beiden Lieder (wegen Skunk Anansie), aber die waren erwartungsgemäß unterhaltsam. Aber die Frau ist sooooooo zierlich – wenn sie nicht so feuerrote Haare hätte, dann würde man sie auf der Bühne wahrscheinlich gar nicht sehen.

NOFX – fragt nicht. Herr im Himmel, wie kann man dermaßen tiaf sein?! (ich bin so froh, dass wir bei denen nicht vorm Wavebreaker waren)

Muse – eine bis in die feinste Anzugfalte durchinszenierte Show, die 100%ig aufgegangen ist. Spaß pur. Wir haben außerdem gelernt, dass Österreich zwar „House of the Rising Sun“ sofort am Gitarren-Intro erkennt, aber nach den ersten beiden Textzeilen leider einen kollektiven Texthänger hat. Wir pauken also vor dem nächsten Muse-Konzert unsere Classic-Rock-Lyrics nach ^.~

FREITAG (unerwarteterweise mit J. und M. – nette Überraschung!):

Portugal The Man – nett.

Wallis Bird – super. Die Frau ist auch winzigklein, aber auf der Bühne geht sie ab wie nur was, und man konnte zuschauen wie die Menge vorne angeschwollen ist. Tolles Programm für einen sonnigen Sommernachmittag.

Serj Tankian – großes Kino (eh klar), mit Streichern und einem leuchtend weißen Anzug, und zwischendurch mini-Politik-Vorträgen im SMS-Format. Warum der Mann am Nachmittag gespielt hat seh ich nicht ein…jetzt ehrlich…er ist Serj Tankian!!! (Auf den offiziellen Frequency-Shirts war sein Name relativ weit oben, wie es ihm gebührt.)

Delphic – Auf der Bühne headbangen, während man Knöpfe festhält und Regler dreht…auch eine Art live-Musik zu machen ^^ Um das klarzustellen, ich sage nicht, dass sie schlecht waren. Ich sage, dass ein „MTV Unplugged: Delphic“ aus 90min Stille bestünde.

Klaxons – Fun.

LCD Soundsystem – Uff. Wie kann einen Musik einerseits so einlullen, und andererseits so nervös machen? Arg anstrengend. Daher bald der Wechsel zu…

We Are Scientists – voll lustig, tolle Interaktion mit dem Publikum, super sympathisch („Thank you so much! We are We Are Scientists, and I have your shoe!!!“)

Massive Attack – auch anstrengend…die haben keinerlei Rücksicht drauf genommen, dass es nach Mitternacht war. Es gab viel Politik (Howard Zinn nach Mitternacht…sowas löst bei mir Uni-Flashbacks aus ^^), anstrendende Visuals, hauptsächlich die nicht-tanzbaren neuen Songs und die langsamste Version von „Teardrop“, die ich je gehört habe. Aber genial war’s trotzdem, irgendwie.

SAMSTAG:

Sonic Boom Foundation – von denen hatte ich vorher noch nix gehört, aber sie haben mein Interesse geweckt. Man muss eine Band mögen, die interessante Musik macht und ihren Zweck beim Festival komplett begriffen hat – die Leute aufwecken und Aufmerksamkeit erregen.

Norbert Schneider – nervtötend. sehr, sehr nervtötend…von seinen peinlichen Bühnen-Aufputz-Background-Sängerinnen über den Pulli-bei-über-30-Grad bis hin zum hohlen Ö3-Reggae…einfach nervtötend.

The Beth Edges – es ist sooooo gut zu wissen, dass diese Art Musik auch aus Österreich kommen kann. Außerdem sind die herzig, und haben sich voll lieb über jeden Applaus gefreut.

Archive – fand ich gut. auch weniger anstrengend als am Album ^^

Zoot Woman – total nett zum gemütlich im Schatten sitzen und was trinken. muss ich mir mal genauer anhören ^^

30 Seconds To Mars – überraschenderweise nicht furchtbar (nach dem bizarren Konzert im Frühling war ich auf das Schlimmste gefasst) – es ist unglaublich, was das ausmachen kann, wenn der Frontmann plötzlich nüchtern ist. Jared Leto’s Art auf der Bühne und mit dem Publikum ist aber immernoch ungenießbar. Er wär soviel cooler, wenn er nicht so angestrengt den Klischee-Rockstar geben würde.

Billy Talent – uff…ich bin kein Fan. Irgendwie klingen fast alle ihre Lieder für mich gleich. Aber das Publikum (und ich eigentlich auch bis zu einem gewissen Grad) war unterhalten, und darauf kommt’s schließlich an.

Fettes Brot – das, liebe Leute, war eine gute Show. Es war abwechslungsreich, bunt, kurzweilig und ideal zum Mitgröhlen. Guter Abschluss ^^

Und dann, zu guter Letzt, wenn ihr einen Artikel für die Rubriken „Missing the Point“ und „Gschaftln“ lesen wollt, hier ist was der Standard zum Frequency zu sagen hatte.

4 Kommentare »

  1. b said,

    ja, schön wars. :) und schön zusammengefasst!

  2. […] Bands und Musiker die dem musikhungrigen Publikum einheizten. Aber das war nicht alles – Frequency feierte das Jahr, seinen 10ten Geburtstag! Ich konnte mir dieses Festival natürlich nicht entgehen […]

  3. kalafudra said,

    Mein Follow-up kommt am Donnerstag. Es ist viel zu lang geworden, but there you go.

  4. […] Deadra writes about the festival here (in German). […]


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