Januar 28, 2006

Casshern

Posted in Sehen um 10:25 pm von deadra

Ich hab mir gerade „Casshern“ angeschaut, einen japanischen Film, der auf einer Anime-Serie aus den 70ern basiert. (Das wusste ich vorher nicht – aber man hat es gesehen.)

Was soll ich sagen. Der Film ist ein Augenschmaus, mit einer „Digital Backlot“ à la „Sky Captain and the World of Tomorrow“.
Geniales Set-Design, Kameraführung etc. waren fast zu erwarten, schließlich ist der Regisseur scheinbar ein führender Musikvideo-Macher. Das Set-Design ist atemberaubend – ich war versucht alle paar Minuten zu stoppen nur um diese Welt zu bewundern. Außerdem spielt er mit Farbfiltern, schwarzweiß, Anime, etc.
Rein technisch hat Kazuaki Kiriya teilweise geradezu schamlos bei Fritz Lang geklaut. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher ob der arme Mann sich da nicht im Grab umdreht…

Denn, und das hat ein Kommentar auf IMDB besser formuliert als ich es je könnte: „…no music video director should be allowed to direct a narrative film without a permission slip from David Fincher or Spike Jonze.“

Der Film hat visuell so unglaublich viel Potenzial, aber die Geschichte ergibt genau gar keinen Sinn. Aaalso, wir schreiben das späte 21. Jahrhundert. Europa und die „Östliche Föderation“ haben einen 50-jährigen Krieg hinter sich, in dem so ziehmlich jede chemische und biologische Waffe eingesetzt wurde, die man zur Hand hatte. Die Nachwirkungen dieses Krieges bedeuten, dass jetzt 60% der Bevölkerung langsam an den Folgen stirbt. Ein Genetiker namens Dr. Azuma ist die einzige Hoffnung für diese Leute. Seine „neo-cell“-Forschung verspricht unbegrenzt Ersatzteile für Patienten. Dafür hat er auch eine ganz private Motivation – seine geliebte Frau Midori ist nämlich betroffen.

So – und jetzt wird’s konfus. Azumas Sohn, Tetsuya, meldet sich freiwillig für die Armee und wird in eine Provinz geschickt um dort einen Aufstand niederzuschlagen. Dabei kommt er ums Leben. Sein Leichnam wird ins Armeehauptquartier zurückgebracht, während Tetsuya (ja, ebender) zuerst seiner Mutter und dann seiner Verlobten erscheint. Am Ende hockt er vor seinem eigenen Sarg, wo er auch drin liegt.
Währenddessen schlägt ein Blitz im Labor des Vaters ein. Aber es ist kein normaler Blitz, sondern ein solides, blitzförmiges Ding aus Metall, um das herum komische Grafiken schimmern. (Keine geniale Beschreibung, schon klar…aber so und nicht anders ist dieses Ding) – Jedenfalls schlägt das ein und bleibt dann einfach da, woraufhin sich die Körperteile im Kulturbecken spontan zusammensetzen. Menschen (oder sowas ähnliches) kommen aus dem Wasser, und obwohl die meisten sofort erschossen werden entkommen einige, entführen Tezuyas Mutter, die praktischerweise vor der Tür stand, und wandern sinnvollerweise in die Berge. Da finden sie dann ein riesiges Schloss, komplett mit einer völlig funktionsfähigen Roboterarmee à la Star Wars. Es ist schon praktisch, was man so alles findet …

Jedenfalls haben diese „Neoroids“ nichts besseres zu tun als aus Rache mit dieser Armee gegen die Menschheit zu ziehen. (Die entführte Midori Azuma liegt daweil schlafend in einem King-Size Bett mit Satinbettwäsche, die genauso bereit lag wie die Armee) Daweil nimmt Dr. Azuma seinen toten Sohn und plantscht mit ihm in der Suppe, aus der diese Neo-roids entstanden sind. Der zweite Tetsuya steht daneben und glotzt blöd, dann verschwindet er, weil der eigentliche Tetsuya spontan wieder zum Leben erwacht ist. Dr. Azuma gibt seinen Sohn an die Verlobte weiter und haut ab, die Verlobte, Luna, hat glücklicherweise auch einen Wissenschaftler-Vater, der mittels Super-Kampfanzug dafür sorgt, dass der neuerdings lebendige Tetsuya auch so bleibt.

Dann beginnt allerdings die Initiative der Neoroids – und der Kampfanzug macht sich bezahlt. (Sehr cool…Karate gegen Bots, hehe.)
Tetsuya schnappt Luna und wandert mit ihr in die Berge, aber sie verträgt die Umweltverschmutzung nicht und kippt um. Er bringt sie in ein Dorf, das dann praktischerweise gleichzeitig von Soldaten UND Neoroids angegriffen wird. Und von da an weiß man dann nicht mehr wer auf welcher Seite steht, wer wofür kämpft und was das alles miteinander überhaupt soll. Die Grundbotschaft, dass Krieg schlecht ist und die Menschen böse, wird zur genüge plattgetreten, aber Sinn ergibt alles miteinander hinten und vorne nicht.

Das einzige, was den Film sehenswert macht, sind die sensationellen visuellen Effekte. Und der traumhafte Soundtrack. Klassische Klaviermusik, Hyde, etc. – alles miteinander sehr genial. Also, anschauen, schön finden, aber keinesfalls ernstnehmen – und erst recht nicht hinterfragen.

4 Kommentare »

  1. michael said,

    alles in allem klingt die story ja absolut logisch…….. :P

  2. marion said,

    aaahh…was sonst….*lol*….
    wir sind wiedamal soweit…ich mach mir ernsthafte sorgen um dich*g*…
    aber ok…
    das musst ma mal genauer erklärn;)

  3. le said,

    Also, ich weiß nicht, was du hast, das Ganze basiert auf einem Anime, was hast du erwartet :P

  4. dave said,

    ahhh dein beschreibung der unlogischen story is viel zu geil=) hab mich kaputtgelacht XD


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