02.28.08
Donners-blog
[Der Preis für den schlechtesten Wortwitz des Tages sollte mir hiermit sicher sein, hehe]
Feststellung 1: Ivan Rebroff ist tot.
Feststellung 2: (Danke L.)

Feststellung 3: Ich muss dringend über Kinder nachdenken. Genauer genommen über Individualismus und Kinder…Ich habe zwar schon eine Meinung (wie überhaupt zu eh allem), aber sie erfüllt noch nicht meine Anforderung der Im-Kreuzstich-auf-einen-Zierpolster-Stickbarkeit. Das hier [en] kommt dem, was ich sagen will allerdings schon recht nahe.
02.27.08
Der Master-Plan des Abends
Irgendwann, wenn ich groß bin (und reich), dann kaufe ich mir eine richtige Fotoausrüstung.
Und dann mache ich einen Fotografiekurs nach dem anderen.
Und weil ich dann so reich bin, wird mich keiner davon abhalten, auch wenn ich noch so talentfrei bin, hehe.
Und dann mache ich sowas.
Aber bis dahin werd’ ich wohl Bildbände sammeln…
Jüdische Portraits
Ich habe mich heute spontan dazu entschlossen in eine Ausstellung zu gehen.
Und als spezielles Service für L. folgt daraus ein 100% fernseh-freier Post ^^
„Jüdische Portraits“ von Herlinde Koelbl…eine Serie von schwarz-weiß Portraits und Interviews von Juden, die vor den Nazis flüchten mussten – Künstler, Wissenschaftler und Intellektuelle – „vertriebene Intelligenz“, wie ein Lehrer von mir einmal gesagt hat.
In der Galerie hängen 35 der Fotos als Großbildabzüge, und unmittelbar neben kurzen Auszügen aus dem dazugehörigen Interview.
35 Arten von Trauer, und 35 Arten mit dem (Über-)Leben umzugehen. (Wenn Reich-Ranicki beispielsweise von Trotz als Hauptmotivation spricht, dann ist wohl niemand sonderlich überrascht.)
Arg.
Arg toll.
Ein weiteres interessantes Projekt von Koelbl – „Spuren der Macht“
Sie hat als Langzeitstudie 15 deutsche Politiker über acht Jahre jedes Jahr fotografiert und interviewt um festzustellen wie sie sich verändern. Kewl.
02.26.08
hit and run
Ein paar Kleinigkeiten, die ich noch loswerden muss bevor ich schlafen gehe:
„There Will Be Blood“:
- Der Film ist nicht schlecht, aber zu lang (…und als Studie der menschlichen Abgründe auf relativ unblutige Art unglaublich brutal)
- Daniel Day-Lewis ist überirdisch. (Johnny muss wohl für seinen Oscar auf ein Daniel Day-Lewis-freies Kinojahr warten)
- Kudos für Paul Dano dafür, dass er nicht einfach von der Leinwand geblasen wurde – Ciarán Hinds ist das passiert.
- Die Musik war furchtbar…albtraumhaft, nervenzermürbend…mit Ausnahme von einer Szene im Film und dem Abspann – da war es (bizarrerweise) Brahms’ Violinkonzert in D-Dur (op 77, 3. Satz; Solistin Ann-Sophie Mutter…IMDB rulez *g*)
Das hier ist genial. Am besten gefällt mir Blackadder…aber da könnte es sein, dass ich einfach zu sehr Fan bin um objektiv zu bleiben.
Auf meine persönliche Liste der besten Put-Downs müsste noch aus „The West Wing“ die Szene in „Posse Comitatus“, wo Bartlet den republikanischen Präsidentschaftskandidaten abfertigt: „Oh, and in case you were wondering. ‘Crime…boy, I don’ know…’ was when I decided to kick your ass.“ (^___^) Überhaupt…ganz viel West Wing…
Und ein Klassiker aus Stargate SG-1:
Baal: You dare mock me?
O’Neill: Come on Baal, you should know. Of course I dare mock you. *gg*
…wahrscheinlich fallen mir zwischen Laptop abdrehen und einschlafen noch viele weitere tolle Beispiele ein.
„Jumper“ klingt wie eine Mischung aus einem „Interworld„-Plagiat und einer Nightcrawler-Biografie.
Und der Titel ist mieser als mies. Wie ein Comment auf imdb schon so schön sagte: „Brits think of sweaters and Americans of people commiting suicide…“
Naja…gute Nacht, schlaft gut, und träumt was Schönes ;)
:´-(
Wer denkt die Artikel selber wären schon Grund genug zum Heulen (für jemanden wie mich), der möge die Comment Threads lesen.
Wir setzen uns jetzt hin und schreiben alle 100 Mal in unser Übungsheft:
Depressiv =/= Unglücklich – Unglücklich =/= Depressiv.
Aaargh.
02.25.08
will sehen…
Wenn ich nicht so eine Listen-Hasserin wäre, dann würd’ ich mir ja auch eine Liste mit Sachen anlegen, die ich lesen/sehen/hören/*haben* will.
Aber ich bin nunmal eine Listen-Hasserin. Oder, streng genommen, eine Listen-Mach-Hasserin…anderer Leute Listen sind toll :-)
Also gibt es keine Liste.
The Glass Books of the Dream Eaters …
… von G.W. Dahlquist. (Zu Deutsch „Die Glasbücher der Traumfresser“ – womit es den Goldmann-Award für die wörtlichste literarische Übersetzung abstaubt.)
Ich habe erst etwa hundert Seiten gelesen (von ~ 700), und dennoch hab’ ich das Gefühl, dass ich zuerst in der Traumnovelle, dann in einem Sherlock Holmes gelandet bin…letzterer geschrieben von H.G. Wells.
Das Land, in dem die Handlung spielt, ist genau wie das viktorianische England…aber es ist nicht England. Und die Stadt ist genau wie London…nur ist es halt nicht London.
Sehr spannend.
Einziger Kritikpunkt bisher: Beschreibung über Beschreibung über Beschreibung über Beschreibung über … *gähn*
Besonders scheint sich der Autor die Kritik von Thursday Next zu Herzen genommen zu haben, die in „The Well of Lost Plots“ einmal gemeint hatte, dass in Büchern so wenige Gerüche vorkommen. Hier ist alles voll von Gerüchen. Und zwar von so vielen, so zarten, so differenzierten Gerüchen, dass man meinen könnte die Hauptpersonen (oder der auktoriale Erzähler selber), wären eine Reinkarnation von Jean-Baptiste Grenouille.
Note - Eine coole Book Review (nicht zu diesem Buch, zu einem anderen) die ich auf Amazon gefunden habe: „…this book should have been drastically edited (…), preferrably onto a bonfire.“
Meine zwei neuesten Lieblings-Bandnamen:
1. „The Slackers“
2. „The Tossers“
Gute Übersetzungen fehlen mir noch (wie bitte schreibt man ‘Owizahrer’?) … Vorschläge sind also willkommen. Aber die Namen sind sehr cool.
Kleine nackte Goldmännchen (2)
Tja.
Die Oscars wurden verliehen und ich war nicht dabei. Paris Hilton war auch nicht dabei, aber davon fühle ich mich nicht wirklich besser.
Ich war nicht einmal via Fernseher dabei. Dabei muss ich an dieser Stelle dem ORF ein Lob aussprechen. Sie sind endlich draufgekommen, dass die Verleihung ein übertragens-wertes Ereignis darstellt. (Braver ORF) Andererseits hinken sie damit mehrere Jahre hinter ProSieben her…und ich habe irgendwie das Gefühl sie haben es heuer nur übertragen, weil „Die Fälscher“ nominiert war. (Blöder ORF)
Nein, weil ich ein dummer, pflichtbewusster Mensch bin musste ich heute vormittag ins Büro. Und weil ich dazu noch ein erbärmlicher Schwächling bin konnte ich die Nacht nicht durchmachen, wie sich das von rechts wegen gehört hätte. Asche auf mein Haupt.
Ich werde mich in schludbewusster Demut üben, wenn ich mir heute nacht die Highlights anschaue.
Für exzellente, umfassende, kompetente, lustige, geradezu liveblogging-mäßige Oscar-Berichterstattung wende man sich also an Kalafudra [englisch].
Ich selbst hatte noch nicht genug Zeit mich wirklich mit den Gewinnern und was ich von ihnen halte zu befassen. (Von den Kleidern ganz zu schweigen…Federboas?!?)
Also nur soviel:
- I heart Jon Stewart.
- Oscar für „Once“ – YAYYYY!!!
- kein Oscar für Sweeny Todd-Kostüme – AAWWW!!!
- Oscar für „Die Fälscher“ – Go Austria!!! (Wenn der Preis schon „Se, jie“ gestohlen wird, dann soll er wenigstens an uns gehen, hehe.)
Fortsetzung folgt…
02.22.08
wow…wow…WOW
and it’s filled with people who are filled with shit!
And the vermin of the world inhabit it!“